"If the column is described
as the heart of chromatography, then sample introduction may, with some
justification, be referred to as the Achilles heel"
V.
Pretorius und W.Bertsch, HRC & CC, 6/1983, 64
Dieses Zitat
illustriert die Tatsache, dass es bis heute keine Patentlösung für die Probenaufgabe in der Gaschromatographie gibt. Das
technische Problem, eine kleine Flüssigkeitsportion
in der Größenordnung 0.1-1 Mikroliter exakt und reproduzierbar in ein System
einzuführen, das unter Überdruck steht, ist nicht trivial. Es existieren daher eine Vielzahl von Bauformen und Techniken
zur Probenaufgabe, von denen die zwei bekanntesten hier vorgestellt werden
sollen.

Abb. 22: Injektor ohne Split
Das Prinzip
dieser Probenaufgabe ist einfach: Mit einer Mikroliterspritze wird das Septum,
eine gummiartige Membran, durchstochen, die Nadel bis zum Anschlag eingeführt
und anschließend der Kolben der Spritze niedergedrückt. Dadurch wird die
abgemessene Flüssigkeitsmenge in den Verdampferraum
des Injektors gedrückt, dessen Temperatur einige zehn Grad über der Siedetemperatur der Mischung liegen sollte. Der Verdampferraum ist meist eine Glasröhre mit 2-5 Millimetern
innerem Durchmesser, die als Liner bezeichnet wird. In der Mitte des Liners
befindet sich in der Regel ein Hindernis, das den Flüssigkeitstropfen
auffangen soll, der bei der Injektion aus der Spritze ausgestoßen wird. An
diesem Hindernis soll der Tropfen nun möglichst schnell und vollständig zu
einer kleinen Gaswolke verdampft werden. Im angelsächsischen Sprachraum
wird dieser Vorgang anschaulich mit Flash-Verdampfung bezeichnet. Anschließend
wird die Gaswolke vom Trägergasstrom in die Säule
fortgetragen, wo die eigentliche Trennung erfolgt.
Diese Art der
Probenaufgabe ist mit folgenden prinzip-bedingten
Nachteilen behaftet:
·
Die
Verdampfung des Flüssigkeitstropfens findet nicht momentan statt, sondern benötigt
einige Zeit. In dieser Zeit strömt das Trägergas weiter und verbreitert die Gaswolke.
·
Das
Ausspülen der Gaswolke aus dem Injektor in die Säule ist ein Vorgang, den man
mit einer Verdünnungsreihe vergleichen kann. Das
Konzentrationsprofil einer injizierten Probe am Ausgang des Injektors zeigt am
Ende stets den typischen exponentiellen Verlauf solcher Vorgänge. Dies gilt
zwar prinzipiell für alle Probenaufgabesysteme, ist
jedoch bei dieser einfachen Konstruktion typbedingt eher zu bemerken.
Diese Bauform
gestattet es, den Trägergasstrom nach der Probenaufgabe zu teilen (to split engl. teilen, spalten).
Dazu läßt man einen wesentlich größeren Gasstrom
durch den Injektor fließen, als durch die Trennsäule geleitet wird. Abb. 23
soll dies deutlich machen: Zunächst wird die injizierte Stoffportion
verdampft. Die Gaswolke wird vom Trägergas weitergetragen, bis sie an den
Split gelangt. An dieser Stelle teilt sich der Gasstrom. Der kleinere
Anteil strömt in die Säule (meist eine Kapillarsäule),
der größere Teil entweicht durch die Leitung und das Splitventil.
Das Verhältnis zwischen dem Gasstrom, der durch die Säule geht und
demjenigen, der abgeleitet wird, ist das Splitverhältnis
(engl. split ratio).
Übliche Wert für diese Größe liegen zwischen 1:10 und
1:100. Damit erreicht man zweierlei:

Abb. 23: Injektor mit Split
1.
Durch
die vergleichsweise hohe Geschwindigkeit, mit der die Gaswolke im Injektor
an der Split-Stelle vorüberströmt, ist das Konzentrations-Zeit-Profil der zu untersuchenden
Stoffe wesentlich schmäler geworden, d.h. die Verschleppung (engl. tailing) des Peakendes durch die
Ausspülvorgänge wird stark vermindert (Vgl. Abb. 24)
2.
Die
Absolutmenge an Analysensubstanz, die in die Säule
gelangt, ist um das Splitverhältnis kleiner geworden.
Das ist bei Kapillarsäulen eine Notwendigkeit,
denn deren Belastbarkeit mit den zu trennenden Stoffen ist um Größenordnungen
geringer als bei gepackten Säulen. Ein Rechenbeispiel
soll dies noch einmal verdeutlichen: Angenommen durch die Säule fließe ein Trägergasstrom von 10 ml/min, durch den Split-Auslaß ein Gasstrom von 90 ml/min. Wenn der
„Gaspfropfen“ nun mit der Geschindigkeit 100 ml/min
am Split vorbeiströmt, werden lediglich 10 % der injizierten Stoffmenge in die Säule gelangen.

Abb. 24: Konzentrationsprofil ohne
bzw. mit Split

Abb. 25: Aufbau einer gepackten
Säule
Bei diesem
Säulentyp enthält eine Röhre aus Chromstahl oder Glas ein poröses Material mit
einem Partikeldurchmesser von 0,05 bis 0,5mm als Trägersubstanz, die mit der
stationären flüssigen Phase beschichtet ist. Die große Oberfläche dieses
Stoffes erlaubt die schnelle Einstellung des Diffusionsgleichgewichts zwischen
der mobilen Gasphase und der stationären flüssigen Phase. Der Massenanteil an flüssiger Phase variiert abhängig von der
Anwendung zwischen 0,5 und 25%. Gepackte Säulen enthalten wesentlich mehr
flüssige Phase als Kapillarsäulen und sind daher gut
geeignet zur Trennung leicht flüchtiger Komponenten. Auch ist die Trennbarkeit
größerer Probenmengen von Vorteil, insbesondere in
Verbindung mit einem Wärmeleitfähigkeitsdetektor
(WLD), dessen Empfindlichkeit prinzipbedingt
kleiner ist als diejenige anderer Detektoren wie zum Beispiel des Flammenionisationsdetektors (FID). Das vorliegende Gerät
enthält in der Standardversion 1 eine gepackte Säule aus Chromstahl mit einem
inneren Durchmesser von 2 mm und einer Länge von 2 m. Sie enthält als Trägermaterial ein Präparat aus Diatomeenerde mit einer
Korngröße von 80-100 mesh
und einer Beschichtung von 5 % Polydimethylsiloxan
(OV-1).
Diese Säulen bestehen heute meist aus
einem dünnwandigen Rohr aus reinem Quarz SiO2, im englischen mit Fused Silica (FS) bezeichnet.
Ebenfalls aus dem englischen Sprachraum stammt die Abkürzung OTC (open tubular column) für diesen Säulentyp. Die stationäre Phase ist hier in Form eines
dünnen Films auf die Innenwand der Röhre aufgebracht. Oft wird dieser Film
auch durch chemische Bindungen an das Siliciumdioxid
fixiert. Dadurch lassen sich die Säulen zur Reinigung mit geeigneten Lösungsmitteln
spülen, ohne dass die Belegung herausgelöst wird. Zum mechanischen Schutz sind
die Säulen meist mit einem Überzug aus dem Kunststoff Polyimid
versehen. Kommerziell hergestellte Kapillarsäulen sind in abgestuften Abmessungen
des Innen- bzw. Außendurchmessers erhältlich:
|
Innendurchmesser |
|
Aussendurchmesser |
|
|
|
|
|
0,10 mm |
|
0,27 mm |
|
0,20 mm |
|
0,35 mm |
|
0,25 mm |
|
0,38 mm |
|
0,32 mm |
|
0,48 mm |
|
0,53 mm |
|
0,75 mm |
Die
Filmdicken der stationären Phase variieren zwischen 0,1 und 5 Mikrometer. Gängige
Säulenlängen liegen zwischen 10 und 50 Metern. Die obengenannten Gesetzmäßigkeiten
bezüglich der Verteilung gelten nur näherungsweise für kleine Konzentrationen.
Überlastet man eine Säule, indem man viel Substanz zu trennen versucht, so
erhält man verzerrte Peaks und damit eine Einbuße an Trennleistung. Es ist
leicht einzusehen, dass Säulen mit dicker stationärer Phase mehr
Analysensubstanz vertragen. Andererseits verlaufen die Diffusionsvorgänge,
welche die Grundlage des Trennprozesses darstellen,
bei kleinen geometrischen Abmessungen generell schneller und vollständiger,
das heißt dünne Säulen mit geringen Filmdicken an stationärer Phase haben eine
höhere Trennleistung.
Zwischen
diesen beiden sich widersprechenden Forderungen muss ein Kompromiss gefunden
werden. Dieser wiederum ist eng mit dem verwendeten Detektor verknüpft, denn
die aus der Säule austretenden Substanzen müssen im Detektor ein elektrisches
Signal erzeugen. Jeder Detektor hat jedoch die allen Messanordnungen
prinzipiell anhaftende Eigenschaft, ein Störsignal zu erzeugen, das man als
Rauschen bezeichnet. So wie im Radio ein schwacher Rundfunksender im
"Rauschen untergeht", verschwindet ein sehr kleiner Peak im
Eigenrauschen der Detektoranordnung. Anders gesagt:
Empfindliche Detektoren wie zum Beispiel der Flammenionisationsdetektor
erlauben die Verwendung von Säulen mit geringer Belastbarkeit und damit hoher
Trennleistung, während etwa ein Wärmeleitfähigkeitsdetektor mit seiner um
Größenordnungen geringeren Empfindlichkeit die Verwendung von Säulen mit hoher
Belastbarkeit verlangt.
Der Detektor
eines Chromatographen hat die Aufgabe, ein
elektrisches Signal abzugeben, wenn eine Komponente des zu analysierenden
Stoffes aus der Säule austritt. Es gibt ganz verschiedene Arten, diese
elektrischen Signale zu gewinnen. Eine davon ist der nun beschriebene
Wärmeleitfähigkeitsdetektor.

Abb. 26: Prinzip des WLD
Die
Fähigkeit von Gasen, Wärme zu leiten, hängt direkt von der Masse der Moleküle
ab. Nach der kinetischen Theorie der Gase leiten dabei leichte Teilchen die
Wärme besser als schwere. Diese Tatsache wird vom WLD ausgenutzt. Die
prinzipielle Anordnung zeigt Abb. 26. Das Trägergas durchströmt von der
Trennsäule kommend eine zylindrische Kammer, in der sich ein dünner Draht aus
einer Wolframlegierung befindet. Der Draht, Hitzedraht oder Filament genannt,
hat einen elektrischen Widerstand R, der jedoch von seiner Temperatur
abhängt. Bei Metallen nimmt dieser Widerstand generell mit der Temperatur
zu, man spricht von einem positiven Temperaturkoeffizienten (PTC). Wird der
Widerstand von einem Strom I durchflossen, so fällt an ihm nach dem Ohmschen Gesetz eine Spannung UDet ab:
UDet =
R(T) • I
Tritt nun
eine Komponente aus der Säule aus, die eine größere Molekülmasse besitzt als
das Trägergas, so leitet die Gasmischung die Wärme, die der Hitzedraht liefert,
schlechter ab. Seine Temperatur T steigt, damit aber auch sein elektrischer Widerstand.
Bei konstantem Strom I nimmt daher UDet zu. Die Anordnung zeigt also Änderungen in
der Zusammensetzung des Trägergases als Spannungsänderungen an.
Dieser
einfache Detektor hat jedoch den Nachteil, dass jeder andere äußere Einfluss,
der die Temperatur des Filaments verändert, ebenfalls eine Änderung der
Spannung UDet bewirkt und damit
das Nutzsignal überlagert. Beispiele für solche unerwünschten Effekte sind:
Änderung
des Gasstromes
Variation
der Betriebsspannung
Änderung
der Umgebungstemperatur
In der Praxis
wird der Detektor daher in dieser Form nicht benutzt. Weitaus günstiger verhält
sich die Anordnung in Abb.27. Hier durchströmt das Trägergas vor dem Eintritt
in den Injektor eine zweite Messzelle. Beide Messzellen sind zusammen in einem
thermisch gut leitenden Metallklotz untergebracht. Auch in dieser Messzelle
erzeugt der Strom I einen Spannungsabfall URef am Hitzedraht. Bei Abwesenheit einer Analysensubstanz sollte nun UDet gleich URef sein, wenn die beiden Wolframdrähte identisch
sind, und damit auch den gleichen Widerstand haben. Die Brückenspannung UDet-URef müßte Null sein. Bei
Austritt einer Komponente aus der Säule gilt dies nicht mehr. Nun ergibt sich
zwischen UDet und URef eine Differenz, die in erster Näherung proportional
der Konzentration der ausgespülten Komponente ist. Diese Spannung wird
verstärkt und in Abhängigkeit von der Zeit aufgezeichnet.

Abb. 27: Realisierung des WLD mit
Referenzzelle
Warum ist
dieser Detektor wesentlich unempfindlicher gegenüber Änderungen der oben genannten
Größen? Betrachten wir zum Beispiel eine Zunahme der Umgebungstemperatur.
Durch die thermische Koppelung der Filamente wirkt sie sich auf beide Filamente
zugleich aus. In der Folge nimmt sowohl UDet als auch URef zu, die Differenz UDet-URef bleibt jedoch im Idealfall konstant. Auch
eine Änderung des Trägergasstromes hat im Idealfall
keinen Einfluß auf die Brückenspannung, weil sie
eine Temperaturänderung beider Filamente bewirkt, wodurch zwar UDet und URef verändert werden, die Differenz dieser Größen
jedoch annähernd konstant bleibt.
Die wichtigsten
Eigenschaften des WLD auf einen Blick:
Für
kleine Konzentrationen an Fremdstoffen ist das Ausgangssignal proportional der
Konzentration der Stoffe.
Die
Empfindlichkeit des WLD ist stoffabhängig.
Die
Messzelle des WLD kann nicht beliebig klein gemacht werden. Die Untergrenze für
den Durchmesser solcher Zellen liegt bei ca. 2 mm, sein Volumen ist für die
Gasströme typischer Kapillarsäulen vergleichsweise groß. In Verbindung mit Kapillarsäulen kann der WLD nur dann erfolgreich
eingesetzt werden, wenn diese eine ausreichende Dicke (0,53 mm Innendurchmesser)
und eine hohe Filmdicke (z. B. 5 Mikrometer) aufweisen.
Der
WLD arbeitet zerstörungsfrei, das heißt die eluierten
Stoffe werden nicht verändert.
Er
ist wenig geeignet für Spurenanalysen.
Der
WLD sollte nur mit Trägergasen hoher Wärmeleitfähigkeit betrieben werden. Gut
geeignet sind Wasserstoff und Helium.
Beim
Betrieb mit einem Temperaturprogramm des Säulenofens muss mit einer Drift der
Basislinie gerechnet werden.
Die
Filamente des WLD sind in heißem Zustand anfällig gegen Sauerstoff im Trägergas, der die Wolframdrähte oxidiert und dadurch
ihre Funktion beeinträchtigt. Dies kann u.a. geschehen, wenn versehentlich
der Trägergasstrom nicht angeschaltet wurde. Keinesfalls darf der WLD längere Zeit mit Luft betrieben werden!
Der
Flammenionisationsdetektor ist wesentlich leistungsfähiger als der vorstehend
beschriebene Wärmeleitfähigkeitsdetektor.
Bringt man
eine Wasserstofflamme zwischen die Platten eines geladenen Kondensators wie in
der Abbildung, so fließt in der Anordnung praktisch
kein Strom.
Enthält der
Wasserstoffstrom in einer solchen Anordnung jedoch Substanzen, die C‑H-Bindungen
enthalten, also zum Beispiel Alkane, so nimmt
die Stromstärke stark zu.

Abb. 28: Prinzip des FID
Man führt
dies auf die Bildung von CHO+-Ionen und freien Elektronen aus CH·-Radikalen
zurück. Allerdings ist hier die Ausbeute an Ionen gering. Im Durchschnitt
entsteht nur ein Paar Ladungsträger aus 500 000 Kohlenstoffatomen, trotzdem
lässt sich dieser Effekt erfolgreich zur Detektion von Kohlenwasserstoffen
und verwandten Verbindungen einsetzen.
Die
nachfolgende Abbildung zeigt schematisch die technische Realisierung eines FID.
Das Gasgemisch, das analysiert werden soll, tritt dicht unterhalb einer
metallischen Düse (1) aus der Kapillarsäule aus. Von dort wird es durch den
Wasserstoffstrom in die Flamme geführt. Ihr
wird durch separate Kanäle gereinigte Luft zugeführt. Über der Flamme
befindet sich eine ringförmige Elektrode (2), die zusammen mit der Düse, der
Spannungsquelle (3) und dem Strom-Spannungswandler
(4) einen geschlossenen Stromkreis bilden. Dieser Detektor muss beheizt
werden, um eine Kondensation der aus der Säule eluierten
Stoffe und des entstehenden Wassers zu verhindern.

Abb. 29: Schematischer Aufbau des FID
Die wichtigsten Eigenschaften des FID
auf einen Blick:
·
Populärster
Detektortyp, einfache, robuste Konstruktion
·
Spricht
nur auf Stoffe an, die C-H-Bindungen enthalten
·
Benötigt
zum Betrieb Wasserstoff und gereinigte Luft (frei von Kohlenwasserstoffen)
·
Muss
gezündet werden
·
Gute
Empfindlichkeit und hohe Messdynamik (Verhältnis von kleinstem zu größtem
Nutzsignal)
·
Empfindlichkeit
abhängig von der Art der detektierten Stoffe
·
Relativ
unempfindlich gegenüber Änderungen der Temperatur und der Gasströme
Für den
Betrieb von Kapillarsäulen kommen im Allgemeinen folgende Gasarten
in Frage: Wasserstoff, Edelgase, wie z.B. Helium, sowie Stickstoff.
Grundsätzlich sind von den genannten Gasarten solche
mit höherer molarer Masse vorzuziehen, da deren Diffusionsgeschwindigkeit
kleiner ist. Dadurch erhöht sich theoretisch die Trennleistung einer Säule. In
der Praxis ist der Unterschied nur bei sehr kleinen Strömungsgeschwindigkeiten
bzw. Säulenvordrücken merklich. Wird Wasserstoff als
Trägergas verwendet, so hat man den Vorteil, dass mit nur einer Gasart gearbeitet werden kann. Die geringe Viskosität des
Wasserstoffs hat allerdings zur Folge, dass auch geringe Undichtigkeiten im
System zu erheblichen Verlusten an Wasserstoffgas führen. Besonderes Augenmerk
ist in diesem Zusammenhang der Verschraubung Säule - Injektor zu schenken. Die
dort verwendeten Dichtkonen aus Vespel®,
einem Polyimid, haben die Eigenschaft, während der
ersten Aufheizzyklen etwas zu schwinden. Die Säulenanschlüsse sollten daher
nach den ersten zwei Aufheizungen unbedingt nachgezogen werden. Auch später
sollte die Dichtigkeit dieser Verbindungen im Auge behalten werden.
Allgemein
gilt: Das Trägergas sollte möglichst rein sein. Es empfiehlt sich, bei der
Beschaffung die Reinheitsqualität 5.0 (99,999%) zu wählen. Diese unterscheidet
sich preislich nur unerheblich von den unreineren Sorten. Von der Qualität 5.0
an aufwärts wird es allerdings teuer.
Sauerstoff
ist der Feind aller Kapillarsäulen. Besonders polare Phasen wie Carbowax® werden auch durch geringe Beimengungen
von Sauerstoff in der Wärme angegriffen.
Das führt zu einer kontinuierlichen
Verschlechterung der Trennleistung. Wird häufig mit polaren Phasen
gearbeitet, so empfiehlt sich der Einbau eines Sauerstoffabsorbers in die Trägergasleitung. Solche Filter, zum Beispiel das Produkt Oxisorb® sind im Zubehörhandel erhältlich.
Das
vorliegende Gerät besitzt keine eingebaute Druckregelung. Wird an der Druckflasche ein zweistufiger Druckminderer verwendet, so
kann auf eine separate Regelung verzichtet werden, wenn das Manometer auf der
Niederdruckseite einen hinreichend kleinen Messumfang
(0 – 2 bar) besitzt. Als Gasleitungen sollten keine Gummi- oder PVC-Schläuche
verwendet werden, da diese nicht hinreichend diffusionsdicht
gegen Sauerstoff sind. Teflonschläuche oder
Kupferrohre sind geeignet, wenn sie verschraubt sind. Passende Anschlusssätze sind als Zubehör erhältlich und im
Lieferumfang enthalten.
In Abb. 30
ist die Trennleistung einer Säule als Funktion des Gasflusses dargestellt.
Diesem Graphen, einer modifizierten Darstellung der sog. Van Deemter Funktion, kann man entnehmen, dass es für ein bestimmtes
Trennproblem einen optimalen Gasfluss
gibt. Er muss empirisch ermittelt werden. Weil die Kurve vom Maximum her zu
höheren Gasflüssen schwächer abnimmt als zu
niedrigen, ist es im Zweifelsfall günstiger, einen etwas zu hohen Durchfluss
(Druck) zu wählen. Bei diesem Gerät liegen sinnvolle Vorsäulendrücke im Bereich
zwischen 0,1 und 1,0 bar bezogen auf Helium. Wasserstoff hat eine geringere
Viskosität als Helium, hier sollte mit niedrigeren
Drücken gearbeitet werden.

Abb. 30: Trennleistung gegenüber Gasstrom